Heilpflanzen Kolumne

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Geschichtliche Entwicklung der Pflanzenheilkunde Teil 1

Die Heilkräuter sind die ältesten und universalsten Heilmittel der Menschheit. Trotz Pharmaindustrie verwenden sie heute weltweit gut zwei Drittel der Menschen zur Vorbeugung, Linderung oder Heilung. Selbst der überwiegende Teil unserer westlichen Arzneien stammt von den Pflanzen oder ist synthetisch nachgebildet.
Aber wie begann die Geschichte der Kräuterheilkunde? Aufgrund von Funden, die ca. 65 000 Jahre alt sind, liegt der Verdacht nahe, dass unsere Vorfahren, die Neandertaler, die Fähigkeit besessen haben müssen, instinktiv heilende Kräuter zu erkennen. Die Pollenanalyse vom Boden eines Grabes im Irak ergab, dass damals in der alten Steinzeit Büschel mit Heilkräutern als Grabbeigabe üblich gewesen sein müssen. Und zwar von Heilkräuter, die auch heute noch in traditionellen Kulturen (auch der unseren) Anwendung finden. Erste schriftliche Überlieferungen fand man, die etwa aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. stammen. Zur Zeit der Aufzeichnungen ägyptischer Priester etwa 2400 v.Chr. war die Pflanzenheilkunde schon uralt. Es gab sie in allen Kulturen und wurde von jeher mündlich überliefert.

Zur ersten einschneidenden Veränderung kam es mit dem Auftreten christlicher Missionare. Plötzlich sollten die bis dahin für das gesundheitliche Wohlergehen des Stammes zuständigen heidnischen Heilpriester und Schamanen und ihre Kräuter des Teufels sein. Aus Sicht der Missionare waren sie jetzt natürlich ihre Rivalen. Es ging um Macht. Und diese wurde auch mit (un?)christlichen Mitteln durchgesetzt, da das Volk weiterhin zu seinen Wurzelseppen und Kräuterweiblein ging. Die Verbrennungen während der Inquisition führten schließlich zu einer ernsten Bedrohung der alten Überlieferungen. Die hauptsächlich Betroffenen waren die wahren Kräuterkenner.
Den nächsten Stoß erlitt die Kräuterheilkunde mit der Aufklärung. Die chemischen Mittel mit ihren Nebenwirkungen traten auf den Plan und verdrängten die letzten Reste des alten Kräuterheilwissens hinter Kirchen- und Klostermauern. Von dort aus ging der Kampf gegen den aufklärerischen Kahlschlag weiter.
Spätestens seitdem entwickelte sich eine gekünstelte Zivilisation, die sich immer weiter von einer naturnahen und naturverbundenen Lebensweise entfernte. Die Angst vor der Natur und ihren Geschöpfen nahm zu, auch unter den Ärzten. Die Ärzte vergaßen ihre ehemals besten Verbündeten, die Heilkräuter. Die alten Ärzte waren bis dato vor allem Kräuterheiler gewesen, quasi die ersten Botaniker. Je weniger die aufgeklärte, kultivierte Wissenschaft durch Beobachtung natürlicher Abläufe geführt wurde, desto mehr Spott und Verachtung häufte sich über die einfachen, oft hellsichtigen Menschen und ihre Heilkräuter, die sie bis dahin den Ärzten gebracht hatten. Diese Konkurrenz galt es mit allen Mitteln auszuschalten bis hin zu juristischen Verboten.
Und heute? Die eine Seite ist noch immer überzeugt, die Pflanzenheilkunde ist ein altmodischer Aberglaube. Diese Betrachtungsweise entspringt der materialistisch-reduktionistischen Betrachtungsweise, der wir uns als westliche Zivilisation vollkommen verschrieben haben. Und wird „natürlich“ unterstützt von einer Pharmaindustrie, die mit ihren kommerziellen Interessen jährlich mehrere hundert Milliarden Dollar umsetzt.

Die „andere Seite“ nehmen wir nächste Woche genauer unter die Lupe…

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